Verkehr auf dem Campingplatz neu denken

Verkehr auf dem Campingplatz neu denken

 

Elektrofahrzeuge schonen die Umwelt und ermöglichen eine sanfte Mobilität auf dem Campingplatz – die Gäste werden es Ihnen danken.

In unserem Online Seminar sprachen die Elektromobilexperten Wolfgang Pfrommer und Werner Köstle über den Einsatz von E-Fahrzeugen auf dem Campingplatz und über jene, die für Campinggäste von Interesse sein könnten.

Einsatz von E-Fahrzeugen auf dem Campingplatz

Für den Einsatz von E-Fahrzeugen auf dem Campingplatz spricht in erster Linie, dass ein geräusch-, geruchs- und schadstofffreies Fortbewegen ermöglicht wird. Über diese schonende und spannende Mobilität auf dem Campingplatzgelände freuen sich die Gäste. Campinggäste möchten sich in Ruhe erholen – und dies ohne Lärm und Abgase neben dem Wohnwagen oder am Strand. E-Fahrzeuge sind ein Hingucker und stehen für eine moderne und zukunftsfähige Mobilität. Für einige E-Fahrzeuge sind keine Straßenzulassungen erforderlich und demnach sind sie für alle Mitarbeiter*innen nutzbar.

Die beiden Experten thematisierten sehr anwendungsorientierte Fahrzeuge für den Einsatz auf dem Campingplatz vor. Daneben wurden auch exotische Modelle, wie die elektrische Raupe (z. B. der Marke Ziesel) angesprochen. Diese Gefährte wurden ursprünglich für Rollstuhlfahrer*innen entwickelt, finden heute jedoch in Freizeitparks und in der Landwirtschaft ihre Anwendung. Es kommt sogar mit einer Anhängerkupplung, Mähwerk oder Schneepflug daher. Das Basismodell der Marke Ziesel kostet rund 25 000 Euro. Mit dieser Raupe ist kein Gelände zu unwegsam, dabei schont es durch sehr geringen Bodendruck den Untergrund und die Nerven der Campinggäste.

E-Raupenfahrzeug

Elektrische Raupe der Marke Ziesel, Quelle: www.mattro.systems

Transporträder sind so etwas wie die LKWs in der Fahrradbranche. Ob Entsorgungen von Schnittresten oder Müll, das Transportieren von Getränkekästen oder Gasflaschen oder auch die Platzzuweisung der Gäste und Reinigungstätigkeiten – das Transportrad ist ein Allround-Talent. Auch als Serviceangebot für die Gäste sind sie praktisch, da ankommende Gäste die Räder für den Transport ihrer Gepäckstücke oder für Unternehmungen in ihrer Freizeit nutzen können. Mit sogenannten Schwerlasttransporträdern ist sogar eine Zuladung bis zu 300 kg möglich, diese haben ein Transportvolumen bis zu 2,3 Kubikmeter.

E-Transportrad

Elektrisches Lastenrad der Marke XCYC, Quelle: www.xcyc.de

Großen Zuspruch in dem Seminar erhielt der Elektrofrosch. Ein E-Dreirad, welches im Moment für unter 4 000 Euro zu bekommen ist. Kein TÜV, keine Steuern, zulassungsfrei mit kleinem Versicherungszeichen nur 60 Euro Kosten pro Jahr und 80 Cent Stromkosten pro 100 km. Er überzeugt durch seine einfache Bedienbarkeit und der praktischen Ausstattung.

Elektrofrosch

Quelle: www.elektrofrosch-berlin.de

Gemeinsam mit den Teilnehmern wurden Kriterien für E-Fahrzeuge, wie deren Lademöglichkeiten, Sitzplatzangebot, Ladetechnik, Bedienungsfreundlichkeit, Reichweite, Investitionskosten, Fixkosten und Einsatzmöglichkeit für Campingplätze bewertet.

Die harten Fakten

Welche Kosten kommen auf die Campingbetreiber*innen zu?

Vor der Anschaffung müssen folgende Aspekte gut abgeklärt werden: Welcher Kapitaldienst (Zinsen, Leasing) eignet sich für mich? Wie hoch können die Kosten für mögliche Reparaturen (Ersatzbatterie) sein? Bei manchen Herstellern fallen Kosten für eine Batteriemiete an. Die Frage nach der Versicherung muss geklärt werden (Empfehlung: Vollkasko mit geringem Eigenanteil bei Leasing!). Beachten Sie die Kfz-Steuer (0 € für 10 Jahre bei Kauf 2020) danach ca. 50 % (5,625 Euro pro angefangene 200 kg und Jahr) und Kosten für Fahrstrom.

Welche Finanzierungsmethoden bieten sich für ein Unternehmen an?

Durch Leasing besteht die Möglichkeit, schon mit einem monatlichen Betrag von rund 80 Euro, zu einem eigenen E-Pkw zu kommen. Dies ist verlockend, es können jedoch versteckte Kosten auftreten und am Ende des Leasing-Vertrags können auch Reparaturkosten anfallen. Dies sollte im Vorhinein gut geprüft werden. Beim Kauf und Leasing wird der Umweltbonus ausbezahlt, es besteht jedoch ein hoher Wertverlust, doch ist der Einsatz des Fahrzeuges unbeschränkt. Zudem können auf dem Fahrzeug eigene Logos oder Werbung angebracht werden, dies ist beim Leasing problematisch.

Diese Förderungen drücken die Preise:

Für Kraftfahrzeuge gibt es den Umweltbonus, dieser wurde bis Ende 2025 verlängert, wegen der Corona-Krise gibt es eine Erhöhung von 6000 auf 9000 € bis Ende 2021.  Es gibt einen Zuschuss von 9000 Euro für Elektroautos und 6750 € für Plug-in-Hybride. Zusätzlich 100 € für Fahrzeuge mit AVAS. Lokale Förderprogramme (z. B. Stadtwerke) und Landesförderung (z. B. e-Gutschein BW 1000 €) können genutzt werden.
Für E-Schwerlastenfahrräder gibt es eine bundesweite Förderung, auf die Kaufprämie für ein Lastenrad mit Elektromotor. Es werden 30 % des Kaufpreises erstattet, bzw. Beträge bis zu 2500 Euro.

Zu beachten ist, dass im Moment mit immensen Wartezeiten bei der Anschaffung von E-Pkws zu rechnen ist. Für E-Pkws von mindestens 3,5 bis zu 14 Monaten. In der Regel muss mit 5 bis 7 Monaten gerechnet werden. Dieser Aspekt sollte unbedingt bei der Planung einkalkuliert werden.

Diskussion

In der abschließenden Diskussion wurden Bedenken bezüglich der Leistungsfähigkeit von elektrischen Einsatzfahrzeugen geäußert. Unser Experte Werner Köstle konnte diese Bedenken jedoch widerlegen, da die elektrisch betriebenen Einsatzfahrzeuge den kraftstoffbetriebenen in keiner Weise nachstehen. Eine Akkuladung reicht hier für einen Arbeitstag, ansonsten gibt es auch Fahrzeuge, die mit Stromkabel betrieben werden. Ein Campingplatzunternehmer berichtet über den erfolgreichen Einsatz mehrerer elektrischer Fahrzeugmodelle und einer Ladesäule auf seinem Campingplatz – sie machen Freude und elektrische Fahrzeuge seien jedem zu empfehlen.

Wir bedanken uns bei den Teilnehmer*innen für ihr Interesse.

Dieses Seminar fand im Rahmen des Projekts: “Zukunftsoffensive Elektromobilität auf Campingplätzen in Bayern” statt. ECOCAMPING setzt das Projekt für den Landesverband der Campingwirtschaft in Bayern (LCB) e.V. um. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert das Pilotprojekt. Ziel des Projekts ist die Förderung der Elektromobilität auf Campingplätzen in Bayern als Beitrag für einen nachhaltigen Tourismus.

Möchten Sie weitere Informationen zu unserem Projekt, dann besuchen Sie unsere Projekthomepage.

Auf unserer Elektromobilitäts-Facebook-Seite können Sie sich austauschen.

 

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